Schritt für Schritt zum Nano-Aquarium

Die Vorbereitung
Was benötigt man alles für die Ersteinrichtung eines Nano-Aquarium?


Hast Du alles? Dann kann es ja los gehen!

1. Aquarium aufstellen
Als erstes muss natürlich das Aquarium aufgestellt werden. Als Garnelen-Aquarium für den Einstieg empfehlen wir ein Nano-Aquarium mit einem Inhalt von 30 - 40 Liter. Wenn Du mehr Platz hast kannst Du natürlich auch ein entsprechend größeres Aquarium aufstellen. Achte bei der Aufstellung darauf, dass das Aquarium in der Waage steht und das sich zwischen dem Schrank auf dem das Aquarium stehen soll und der Sicherheitsmatte unter dem Aquariu keine Sandkörner oder kleinen Steine befinden. Ebenso sollte das Aquarium an einem Platz stehen wo keine direkt Sonne reinscheint, da sonst das Aquarium von Algen überwuchert wird und die Freude schnell getrübt wird.

2. Nährboden einbringen
Steht das Aquarium auf seinem Platz kommt nun als erste unterste Schicht der Bodengrunddünger (Nährboden) in das Aquarium. Der eingebrachte Nährboden darf nicht ausgewaschen werden und sollte eine Höhe von ca. 2 cm im Aquarium aufbringen.

3. Bodengrund einbringen
Über den Nährboden kommt nun der eigentliche Bodengrund. Garnelenkies oder Sand. Dieser Bodengrund muss vor Einbringen gründlich mit frischem Wasser durchgewaschen werden um Trübstoffe und Schmutzpartikel zu entfernen. Verwenden Sie bei Garnelen keinen zu hellen Bodengrund da dann die Farben der Tiere nicht richtig rauskommen. Auf dunkleren Bodengrund kommen Garnelen besser zur Geltung. Am besten eignet sich sogenannter Soil der speziell für Garnelenaquarien entwickelt wurde. Benutzen Sie als Bodengrund niemals Materialien die toxische Substanzen wie Metalle in das Wasser abgeben. Für welchen Bodengrund – Farbe und Größe – man sich letztendlich entscheidet, kann jeder Aquarianer nach seinem Geschmack auswählen. Allerdings sollten Sie bedenken, dass zu feiner Sand in einem Pflanzenaquarium Probleme mit sich bringen kann. Feinsand kann sich derart stark verdichten, dass die Wurzeln der Pflanzen nicht mehr richtig vom Wasser umspült werden, so dass diese zu faulen beginnen und somit giftige  Faulgase  im  Boden  entstehen  können. Am besten eignet sich Kies mit einer Körnung von 1 bis 2 mm, da er grob genug ist, um Pflanzenwurzeln gut zu umspülen, und nicht zu grob, um zu viel Raum im Bodengrund zu bieten. Sollten Sie sich für kunststoff-ummantelten Kies entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass dies keine No-Name-Sorten sind, da hier im Zusammenhang bei Garnelenhaltern die solche Sorten verwendet hatten, vermehrt Garnelen-Massensterben aufgetreten sind. Es wird vermutet, dass kunststoffummantelter Kies sogenannte Weichmacher ans Wasser abgibt, die für Garnelen tödlich sein können. Dies soll jetzt nicht heißen, dass Kunstkies im Allgemeinen für Garnelen gefährlich ist, jedoch häufen sich die Vorfälle. Wollen Sie also kunststoffummantelten Kies verwenden, dann sollten Sie lieber etwas mehr Geld investieren und sich zum Wohle der Garnelen nicht für No-Name-Sorten entscheiden.

4. Aquarium dekorieren
Das Aquarium sollte nach den Bedürfnissen der zu pflegenden Garnelen eingerichtet und gestaltet werden. Daher sollten Sie sich vor dem Kauf Gedanken machen, welche Garnelen gepflegt werden sollen und sich darüber informieren, welche Ansprüche sie stellen.  Platziere jetzt deine Dekorationsgegenstände wie Steine oder Wurzeln. Verwende hier nur für Aquarien geeignete Dekration. Somit läufst du keine Gefahr das diese keine Gifstoffe an das Wasser abgeben. Moorkienwurzeln sollten in keinem Fall in einem Garnelenaquarium fehlen. Dekorationsgegenstände wie Steine sind in einem Garnelenaquarium nicht notwendig und haben nur einen dekorativen Zweck. Man sollte auch nur Steine verwenden, welche die Wasserqualität nicht beeinträchtigen, die wiederum für Garnelen eine wichtige Rolle spielt. Achten Sie auch darauf, dass für Garnelen die in Weichwasser gepflegt werden müssen, keine kalkhaltigen Substanzen im Aquarium verwendet werden, welche die Wasserhärte oder den pH-Wert erhöhen. Auf Wurzeln sollte im Garnelenaquarium nicht verzichtet werden. Bestens bewährt hat sich Moorkienholz. Auf dessen Oberfläche siedeln sich für das bloße menschliche Auge unsichtbare Mikroorganismen an, die für die Ernährung der Garnelen eine wesentliche Rolle spielen. Des Weiteren haben Moorkienholzwurzeln noch einen positiven Nebeneffekt: Sie geben sogenannte Huminsäuren an das Wasser ab, zu erkennen am dann meist bräunlich gefärbten Wasser. Moorkienwurzeln habe auch die Eigenschaft den  pH-Wert  des  Aquariumwassers  leicht  zu  senken.

5. Wasser einfüllen
Nach dem die Deko gesetzt ist, kannst du nun das Aquarium mit ca. 2/3 Wasser auffüllen. Verwende zum Auffüllen einen kleinen Teller den Du auf den Bodengrund stellst und lass das Wasser auf den Teller laufen damit der Bodengrund nicht aufgewühlt wird.

6. Pflanzen einsetzen
Nun können die Pflanzen eingesetzt werden. Entferne vor Einsetzen die Blei- bunde bei Bund- pflanzen bzw. die Steinwolle bei den Topfpflanzen und kürze die Wurzeln der Pflanzen auf ca. 1 cm damit diese besser anwachsen können. Setze die großen Pflanzen in den Hintergrund und die kleineren je nach größe in die Mitte und in den Vordergrund. Auch Javamoos oder andere Moosarten sollten in keinem Garnelenaquarium fehlen. Wichtig! Die erworbenen Pflanzen aus dem Zoogeschäft vor dem Einbringen in ein Garnelenaquarium gründlich wässern! Denn manche Pflanzen enthalten Rückstände von Düngern oder Schädlingsbekämpfungsmitteln, welche die Wasserpflanzengärtnereien zur Schädlingsbekämpfung einsetzen, die bei Fischen zwar keinen unmittelbaren Schaden verursachen, aber den Garnelen schon in geringen Konzentrationen zum Verhängnis werden können. Mehr zu diesem Thema findet Ihr im Kapitel Vergiftungen. Für welche Pflanzen Sie sich zur Einrichtung entscheiden, richtet sich nach Ihrem Geschmack, der Intensität der Beleuchtung und den Wasserparametern wie pH-Wert und Temperatur. Das Aquarium darf ruhig dicht bepflanzt werden, allerdings sollte im Vordergrund noch genügend Schwimmraum vorhanden sein. Javamoos, Taxiphyllum barbieri (früher irrtümlich mit Vesicularia dubyana verwechselt) und andere Moosarten sowie Mooskugeln, Cladophora aegagrophila (hier handelt es sich allerdings um eine Alge), sollten in einem Garnelenaquarium aber auf keinen Fall fehlen. Diese bieten für Garnelen eine riesige Oberfläche zum Abweiden, welche die Tiere regelmäßig nach Futterresten durcharbeiten.

7. Technik installieren
Jetzt kann die Technik und Beleuchtung installiert werden. Am besten in der rechten oder linken hinteren Aquarienecke. Dort stören sie am wenigsten und fallen kaum auf. Je nachdem bei welcher Raumtemperatur das Aquarium steht benötigst Du noch einen kleinen Regelheizer. Für die meisten Zwerggarnelen ist eine Wassertemperatur um die 23 C° optimal. Da die Lichtverhältnisse manche Arten im Verhalten beinflussen, sollte die Beleuchtung auf die gepflegten Arten abgestimmt werden. Generell mögen Garnelen lieber ein gedämpftes nicht als zu helles Licht. Bei zu grellem Licht kann man auch mit etwas Schwimmpflanzen Abhilfe schaffen. Das Herzstück zum Betrieb eines Aquari-ms ist der Filter. Eine sehr einfache, günstige und garnelesichere Methode der Wasserumwälzung besonders für klei- nere Aquarien bis 112 l, sind mit Luft betriebene Filter. Sie sind meist mit Filter- oder einer Schaumstoffpatronen ausgestattet und haben sich in Garnelenaquarien bisher am besten bewährt. Hier gibt es von verschiedenen Herstellern unterschiedliche Modelle.  In größeren Aquarien kommen die sogenannten HM (Hamburger Mat- tenfilter zum Einsat. Die Vorteile der HMF liegen darin, dass sie im Gegensatz zu herkömmlichen Filtern, eine sehr große Filteroberfläche haben auf der sich mehr Bakterien ansiedeln können. Außerdem ist der HMF recht kostengünstig, vor allem im Vergleich zu Außenfiltern, da man nur die Matte, einige Rohre und eine Kreiselpumpe anschaffen muss. Er muss außerdem seltener gewartet werden als ein normaler Innen- oder Außenfilter, die Matte kann sich mindestens ein Jahr in Betrieb befinden. Der aber weitaus wichtigste Faktor bei beiden Filterarten ist sicherlich, dass im Gegensatz zu Innenfiltern keine Jungtiere in den Filtertopf eingesaugt werden und zu Tode kommen können.

8. Restliche Wasser auffüllen
Nun kannst du das Aquarium mit dem restlichen Wasser auffüllen bis ca. noch 2 cm Rand vom Glas nach obenhin frei sind. Stecke nun die Stecker der technischen Geräte Heizung, Licht und Filter in die Steckdose. Anfangs kann es vorkommen das der Filter noch stärker blubbert. Das legt sich sobald die Luft aus dem Filtermaterial gewichen ist.

9. Wasser aufbereiten
Das Aquarium sollte nun vollständig eingerichtet laufen. Gib jetzt den Wasserauf-bereiter z.B. Aqua-Tropica Nano-Guard in das Wasser hinzu. Dieser sorgt dafür das Chlor- und Schwermetalle gebunden werden und macht das Wasser garnelenfreunllich. Gib nun nach 3 Stunden oder etwas später den Bakterienstarter zum Wasser hinzu. Auf keinen Fall vorher! Beide dürfen nie gleichzeitig verwendet werden, da sonst der Wasseraufbereiter die Bakterien des Bakterienstarters zerstört. Der Bakterienstarter sorgt für einen schnelleren biologischen Kreislauf.

10. Einlaufzeit
Jetzt heißt es erst einmal abwarten. :( Nach dem Einrichten und der Inbetriebnahme deiner kleinen Unterwasserwelt sollte das Becken mindestens 2 Wochen ohne Tierbesatz laufen. Dies ist wichtig damit sich genügend schadstoffabbauende Bakterien ansiedeln und das Wasser im biologischem  Gleichgewicht halten zu können. In dieser Zeit sollte auch der Bakterienstarter täglich zum Einsatz kommen. Dosieranleitung hierzu beachten. Ist das Aquarium nun aufgebaut und komplett eingerichtet, sollte das Filtersystem Zeit haben richtig einzulaufen. Das Becken sollte mindestens zwei Wochen ohne Besatz laufen. Setzen Sie die ersten Tiere nach etwa zwei Wochen nach und nach ein, nicht alle auf einmal, um den Filterbakterien genügend Zeit zur Anpassung an die erhöhten Belastungen zu geben und um ein solides ökologisches Gleichgewicht zu erreichen. Überprüfen Sie in der Einlaufphase regelmäßig die Nitrit- und Ammoniak-Werte des Aquarienwassers.

11. Prüfung der Wasserwerte
Nach zwei  Wochen Einlaufzeit, bevor die ersten Tiere einziehen können, sollten nochmals unbedingt die Wasserwerte getestet werden. Besonders wichtig ist hier der Nitrit und pH-Wert. Der Nitrit-Wert muss bei 0 liegen, der pH-Wert je nach zu pflegender Garnelenart 6,5-8,0 pH. Liegt der Nitrit bei über 1,0 sollte unbedingt gewartet werden bis sich dieser auf 0 eingependelt hat, da es sonst schnell zu einer Nitrit-Vergiftung bei denen Garnelen führen kann.

12. Einsetzen der Garnelen
Sind alle Wasserwerte im grünen Bereich können nun die ersten Tiere einziehen. Kauf nicht gleich alle Tiere auf einmal und setz nicht alle auf einmal ein. Denn dies könnte das frisch eingerichtete Aquarium zu sehr belasten und das Wasser kippen. Am besten setzt Du erst 2-3 kleine Schnecken ein und schaust wie die Tiere sich verhalten. Überprüfe täglich die Wasserwerte vor allem den Nitrit-Wert. Dieser kann auch nach Einsetzen der Tiere, wenn das Aquarium noch nichr richtig eingelaufen ist, steigen. Ist alles ok kannst Du nach ein paar Tagen deine ersten Garnelen einsetzen. Grundsätzlich gilt: Zwerggarnelen sind Gruppentiere und kommen in der Natur in sehr hohen Populationsdichten vor. Garnelen sind sehr soziale und untereinander ausgesprochen friedliche sowie lebhafte Gruppentiere. Daher sollen die Garnelen nicht paarweise, sondern je Art immer in einer kleinen Gruppe gehalten werden. In Gruppen von zehn und mehr Tieren zeigen sie eher lebendige Verhaltensweisen. Sie sind dann weniger schreckhaft und halten sich seltener versteckt als einzeln gehaltene Garnelen. Nach einer weiteren Woche können dann noch kleine Fische, sogenannte Minifische mit eingestzt werden wenn Du dich für ein Gesellschaftsbecken entschieden hast. Bitte beachte,  dass man Fische erst ab 54 Liter halten sollte und in kleinen Nano-Aquarium unter 54 nur Zwerggarnelen gepflegt werden sollten.

13. Wöchentliche Wasserpflege
Ist das Aquarium komplett besetzt, solltest Du einen regel-mäßigen wöchentlichen Wasserwechsel von ca. 30% durchführen und mindest- ens 1x die Woche deine Wasserwerte überprüfen. Für den Teilwasserwechsel, der wöchentlich durch-geführt werden sollte, reicht es aber nicht, nur das "klare" Wasser abzusaugen. Obwohl die meisten Aquarien einen Filter besitzen, gelangt viel Schmutz in den Boden. Hier setzt sich vor allem auch Phosphat und Nitrat fest, die gerade in kleinen Becken schnell hohe Konzentrationen speichern. Nur mit Hilfe eines Bodenreinigers, in Aquarianerkreisen kurz Mulmglocke genannt, kann dieser Schmutz ganz einfach durch Absaugen entfernt werden. Beim Wasserwechsel immer den Wassaraufbereiter verwenden damit mögliche Kupfer- oder Chlorrückstände gebunden werden. Niemals darf man einen Wasserwechsel und eine gleichzeitige Reinigung des Filters vorneh- men da sonst wichtige schadstoffabbauende Bakterien zerstört werden die für stabile Was- serwerte verantwortlich sind. Eine Filterreinigung sollte man daher immer eine Woche nach einem Wasserwechsel vornehmen. Nach der Filterreinigung sollte man immer den Bakterienstarter verwenden, damit die Filterbak- terien sich schneller erholen. Beobachte auch täglich deine Tiere ob diese Fressen oder sich unnormal verhalten.

14. Geschaft
Gratuliere. Du hast nun dein 1. eigenes Nano-Aquarium. Wir hoffen Du bist mit einem Ergbebniss zu frieden Nun wünschen wir Dir noch viel Spaß mit deiner kleinen Unterwasserwelt! Solltest Du einmal Hilfe bei einem Problem benötigen oder eine Frage haben, kannst Du uns jederzeit per E-Mail kontaktieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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