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Wirbellose als Mitbewohner im Gemeinschaftsaquarium

Wirbellose als Mitbewohner im Aquarium

Es ist ein richtiges Abenteuer, einen Lebensraum im eigenen Aquarium zu erschaffen. Einige Fischarten bleiben besser für sich, doch viele eignen sich für einen gemischten Besatz. Fische wie Panzerwelse schwimmen eher am Bodengrund, andere dicht unter der Oberfläche, die nächsten verstecken sich oder suchen offene Wasserstellen. All diese Bereiche können in einem Aquarium ab mittlerer Größe bereits integriert werden. Genau diese Konstellation ist sogar sinnvoll, da sich durch die Wasserpflanzen leichter stabile Wasserwerte herstellen lassen. Aber ein Bereich bleibt für die bessere Sicht beziehungsweise für Schwarmfische frei.

In jedem Aquarium entstehen von ganz alleine Algen. Neben Faden- und Pinselalgen oder Kieselalgen sind es vor allem Grünalgen, die das Wasser einfärben oder Beläge bilden. Diese sind bis zu einem gewissen Grad sogar nützlich und für viele Fische auch Nahrung. Das Problem lautet jedoch, dass die meisten Algenfresser nur einige Algenarten vertilgen. Das bedeutet, dass alle anderen Algen sich noch besser entwickeln können oder es verschiedene Algenvertilger im Aquarium geben muss.

Wird bedacht, dass ein Mindestbesatz an Fischen nicht überschritten werden darf, dann lassen sich in einem mittelgroßen Aquarium nicht beliebig viele Fischarten kombinieren. Demnach beseitigen Siamesische Rüsselbarben in den ersten Lebensjahren sehr zuverlässig Algenaufwuchs, brauchen aber Beckenlängen ab 120 cm. Wenn in dem Aquarium bereits andere Fische leben, ist dieses dennoch vielleicht schon voll? Die Länge aller Fische soll weniger als die Kantenlänge des Aquariums betragen. Siamesische Rüsselbarben erreichen bis 16 cm und sollen ein paar Artgenossen haben, wenn sie sich mit diesen vertragen.

Beispiel für einen Besatz

Das Aquarium hat eine Kantenlänge von 80 cm und fasst 100 Liter Wasser. Am Bodengrund sollen ein paar Panzerwelse der Art Corydoras axelrodi im weichen Sand oder feinen Kies nach Futter wühlen. Diese werden 5 bis maximal 7 cm lang und fühlen sich ab vier Exemplaren wohl, 5 wären besser. Von der Kantenlänge gehen bereits 35 cm runter.

Eine andere Rechnung geht nach Liter Wasser. Je länger die Fische, um so mehr Liter Wasser pro cm Länge. Es wären also 5 Panzerwelse zu 7 cm Länge zu 2 Liter = 70 Liter Wasser. In dieser Rechnung ist bereits mehr als die Hälfte des Beckens voll. Es sollen auch im oberen Beckenbereich Fische schwimmen. Roter von Rio werden bis 4,5 cm lang, fühlen sich aber erst ab 8 Exemplaren wohl. Es wären also 36 cm Kantenlänge weg oder 54 Liter Wasser, da hier ein Multiplikator von 1,5 Litern reicht.

Platys wären eine Alternative, die sich bereits ab 5 Exemplaren wohlfühlen und bis zu 6 cm lang werden. Es gingen also 30 cm von der Kantenlänge oder 60 Liter Wasser runter. Bei 6 cm wird wieder mit 2 Litern multipliziert. Die Panzerwelse vertilgen bereits einiges aus dem sandigen Boden und Roter von Rio oder Platys sehen toll aus. Das 100 Liter Aquarium wäre für alle drei aber bereits zu klein. Selbst für die Panzerwelse und Roter von Rio oder Platys wäre eine Kantenlänge ab 100 cm anzuraten. Wenn weitere Fische zur Algenbekämpfung eingesetzt werden, sind zumindest 100 Liter viel zu klein.

Garnelen oder Schnecken brauchen nur wenig Platz

Garnelen sind gesellige Tiere, die meisten Garnelenarten wollen wenigstens mit 10 Exemplaren leben. Auch Schnecken werden selten alleine gehalten. Es gibt bei Garnelen und Schnecken kleinere und größere Arten. Für die größeren Arten sind wieder größere Becken notwendig, doch für Zwerggarnelen reichen bereits Nanocubes ab 20 Litern.

Solange das Aquarium nicht überfüllt ist und es einen Bereich mit feinfiederigen Pflanzen und weiteren Versteckmöglichkeiten gibt, passen also noch einige Garnelen oder Schnecken ins Becken. Aber auch hier sind die meisten Garnelen oder Schnecken auf Algenarten spezialisiert. Sie fressen meistens die Beläge mit Grünalgen, aber nicht immer die Pinsel- und Fadenalgen. Amanogarnelen sind genau deswegen der Klassiker, da sie verschiedene Grünalgen verzehren.

Gerade bei den Apfelschnecken ist zu prüfen, dass sie nicht die Wasserpflanzen vertilgen. Eine gute Kombination, die sich nicht im Aquarium vermehrt, wären Geweih- oder Rennschnecken und Amanogarnelen. Letztere fühlen sich ab 6 Exemplaren wohl. Ob Schnecken oder Amanos, die Kalkulation lautet: Ein Exemplar auf 10 Liter Wasser. Wenn sich Schnecken und Garnelen vermehren dürfen, wären robuste Zwerggarnelen wie Neocaridina davidi und Posthornschnecken eine gute Kombination, aber insgesamt weniger effektiv. Sobald die Algen knapp werden und die Wirbellosen von Fischfutterresten nicht satt werden, müssen sie ebenfalls etwas, aber möglichst knapp Spezieles Garnelenfutter zugefüttert werden.

Auf die Wasserwerte achten

In der Wahl der Garnelen und Schnecken sind die Wasserwerte zu berücksichtigen. Bereits bei den Fischen werden nicht alle Panzerwelse zu den Wasserwerten von Roter von Rio oder den Platys passen. Ideal ist es, wenn keine einzige Art am Rande ihres Toleranzwertes landet, sondern immer noch kleine Schwankungen verkraften kann. Genauso müssen die Wasserpflanzen sich im Aquarium wohlfühlen, damit sie gedeihen. Hier kommt es auch auf die Lichtverhältnisse und eventuell einen Dünger oder die CO2-Begasung an.

Alleine an dieser eigentlich noch einfachen Abwägung ist bereits ersichtlich, dass es wie ein Puzzlespiel ist, ein Aquarium zu planen. Selbst nachdem sich das Aquarium als Lebensraum eingespielt hat, kommt es auf die weitere Aquarienpflege an. Die Wasserwerte müssen stimmen, es muss sich eine Balance bilden. Genau deswegen ist es besser, wenn zu einer Stelle einige Wasserpflanzen stehen und nicht zu viele Fische mit ihren Stoffwechselprodukten die Wasserwerte belasten.

Weniger Fische, ein paar Wasserpflanzen und einige Algenvertilger wie Schnecken oder Zwerggarnelen verbessern die Stabilität im Aquarium, verringern den Pflegeaufwand und die Wassertiere fühlen sich wohler. Genau dann macht Aquaristik Spaß.

Untenstehend finden Sie einige Garnelenarten als Vorschläge als Zusatzbesatz oder als Algentrupp zur Algenvorbeugung.

Gastartikel von: www.aquarium-ratgeber.com 

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